Olympos ist wohl eines der schönsten und interessantesten Dörfer nicht nur
auf Karpathos sondern von ganz Griechenland.

Entstanden ist Olympos etwa im 8. Jahrhundert, als die Strandsiedlungen von
Piratenüberfällen heimgesucht wurden und die Bewohner in die Berge
flüchteten. Das Dorf liegt an der meerabgewandten Seite und erstreckt sich
nördlich des Kymaras Berges. Die Häuser des Dorfes scheinen förmlich am Berg
zu kleben. Einzig der Glockenturm der Dorfkirche ragt über die Häuser hinaus.
Diese Kirche, die zur Zeit des Ikonenstreits erbaut wurde und Maria Himmelfahrt
geweiht ist, hat im Inneren eine vergoldete Altar-Trennwand, die aus Holz
geschnitzt wurde.

Zur Meerseite hin findet man dutzende verfallene Windmühlen, die zeigen, wie
viele Bewohner einst in Olympos wohnten. Heute sind nur noch zwei oder drei
Mühlen in Betrieb. In Olympos sollen bis zu 3.000 Einwohner gelebt haben. Heute
leben dort nur noch ca. 300. Die meisten Einwohner sind nach dem 2.
Weltkrieg nach Amerika, Australien, Athen oder anderswo hin ausgewandert, da die
Arbeit hier sehr beschwerlich ist. Da die meisten Einwohner des Dorfes Bauern
waren und das Land hier nicht gerade für Landwirtschaft geeignet ist, mussten
sich die Bewohner im Zuges des Fortschrittes andere Möglichkeiten suchen, um
ihre Familien zu ernähren. So gingen oft erst nur die Männer aus Olympos zum
Arbeiten auf andere Inseln oder in andere Länder, später gingen ganze
Familien. Heute jedoch kommen die Alten oft wieder nach Olympos zurück.

Selbstverständlich gilt auch in Olympos, wie in vielen anderen Bergdörfern
auch, dass man das Auto am Ortseingang stehen lassen muß. Selbst heute ist
Olympos nur schwerlich mit dem Auto zu erreichen, da dorthin nur eine
Schotterpiste führt. Im Ort oder auf den Feldern ist das beste Transportmittel
immer noch der Esel.
Da Olympos so abgeschieden war, entwickelte sich dort das Leben und die
Sprache anders als auf dem Rest der Insel. Die Olymbiten sprechen einen
eigenwilligen Dialekt und die Frauen von Olympos tragen auch heute noch zu
Festen die traditionelle Tracht von Olympos. Doch auch im Alltag wird die Tracht
noch immer von einigen Frauen getragen. Die Schuhe, die zu diesen Trachten
getragen werden, werden auch heute noch von Schustern aus Olympos gefertigt. Zur
Tracht gehören ebenfalls die Goldmünzen die als Ketten um den Hals getragen
werden und früher das zu erbende Vermögen darstellten. Fehlen darf bei dieser
Tracht auf keinen Fall das kunstvoll gebundene Kopftuch, welches mit feinen
Stickereien versehen ist.

Im Ort befinden sich noch immer mehrere Backöfen, wo die Frauen des Dorfes
das Brot für die Woche selber backen. Doch nicht nur Brot sondern auch
Koulourakia (harte Sesamkringel) und Pittes (gefüllte Pasteten) werden doch
noch selbst gebacken.